Welpen richtig füttern: Worauf es im Wachstum ankommt

In den ersten Lebensmonaten entwickelt sich der Körper eines Hundes besonders schnell. Knochen, Muskeln, Organe, Nervensystem und Immunsystem befinden sich im Aufbau. Damit steigen die Anforderungen an die Ernährung – und gleichzeitig können Fütterungsfehler in dieser Phase besonders weitreichende Folgen haben. Eine gute Welpenfütterung soll kein möglichst schnelles, sondern ein gleichmäßiges und kontrolliertes Wachstum unterstützen.

pfoten.fit. hundephysiotherapie / Ernährungsberatung bispingen
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Warum brauchen Welpen ein spezielles Futter?

Welpen haben im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht einen höheren Energie- und Nährstoffbedarf als ausgewachsene Hunde. Gleichzeitig können sie noch keine beliebig großen Futtermengen aufnehmen.

Ein geeignetes Welpenfutter muss deshalb unter anderem ausreichend liefern:

  • Energie

  • gut verdauliches Protein

  • essenzielle Aminosäuren

  • essenzielle Fettsäuren

  • Calcium und Phosphor im passenden Verhältnis

  • Spurenelemente

  • Vitamine

Entscheidend ist nicht, dass ein einzelner Nährstoff in besonders großer Menge enthalten ist. Die gesamte Ration muss ausgewogen sein und zur erwarteten Endgröße sowie zur aktuellen Wachstumsphase passen.

Welpenfutter oder Futter für ausgewachsene Hunde?

Während des Wachstums sollte ein Futter verwendet werden, das ausdrücklich für diese Lebensphase geeignet ist. Auf der Verpackung sollte erkennbar sein, dass es sich um ein Alleinfuttermittel für Welpen beziehungsweise für Wachstum handelt.

Ein Alleinfuttermittel für ausgewachsene Hunde muss nicht automatisch die besonderen Anforderungen eines Welpen erfüllen. Das gilt auch dann, wenn die Zutatenliste auf den ersten Blick hochwertig wirkt.

Bei Welpen großer und sehr großer Rassen sollte das Futter ausdrücklich für das Wachstum dieser Hunde geeignet sein. Ihr Mineralstoff- und Energiebedarf muss besonders sorgfältig berücksichtigt werden.

Wie viel Futter braucht ein Welpe?

Die richtige Futtermenge richtet sich nicht nur nach dem aktuellen Gewicht. Berücksichtigt werden müssen unter anderem:

  • Alter

  • aktuelles Körpergewicht

  • erwartetes Endgewicht

  • bisherige Wachstumsgeschwindigkeit

  • Aktivität

  • Energiedichte des Futters

  • Körperzustand

  • individuelle Verwertung

Die Fütterungsempfehlung auf der Verpackung bietet eine erste Orientierung. Prüfe genau, ob sich die Angabe auf das aktuelle Gewicht oder das erwartete Gewicht des ausgewachsenen Hundes bezieht.

Die berechnete Menge ist immer nur ein Startwert. Entscheidend ist, wie sich Dein Welpe tatsächlich entwickelt.

Warum ist das erwartete Endgewicht wichtig?

Ein Chihuahua und eine Deutsche Dogge wiegen als junge Welpen möglicherweise zeitweise ähnlich, entwickeln sich aber in völlig unterschiedliche Richtungen. Große Rassen wachsen länger und erreichen ein wesentlich höheres Endgewicht.

Für die Einschätzung können folgende Informationen hilfreich sein:

  • Rasse oder vermutete Rassemischung

  • Gewicht der Elterntiere

  • Geschlecht

  • bisherige Gewichtsentwicklung

  • typische Endgröße vergleichbarer Hunde

Bei Mischlingen unbekannter Herkunft ist die Schätzung schwieriger. Dann sind regelmäßige Gewichtskontrollen besonders wichtig.

Wie schnell sollte ein Welpe wachsen?

Das Ziel ist ein gleichmäßiges Wachstum bei schlanker Körperkondition. Ein Welpe sollte nicht möglichst schnell sein späteres Endgewicht erreichen.

Zu viel Energie beschleunigt nicht einfach nur das Wachstum. Sie kann zu einer übermäßigen Gewichtszunahme führen und den sich entwickelnden Bewegungsapparat zusätzlich belasten. Besonders bei großen und sehr großen Rassen ist eine kontrollierte Energiezufuhr wichtig.

Ein schlanker Welpe ist nicht automatisch mangelernährt. Die Rippen sollten gut tastbar sein, ohne dass sie stark hervorstehen. Von oben sollte eine Taille erkennbar sein.

Wachstumskurve statt Bauchgefühl

Regelmäßiges Wiegen macht die Entwicklung nachvollziehbar. Trage das Gewicht am besten in eine Wachstumskurve ein. Dadurch lassen sich Abweichungen häufig früher erkennen als durch die reine Betrachtung des Hundes.

Ein praktikabler Kontrollrhythmus kann sein:

  • in der frühen Wachstumsphase einmal pro Woche

  • später alle zwei bis vier Wochen

  • zusätzlich nach jeder größeren Anpassung der Futtermenge

Wiege möglichst immer unter vergleichbaren Bedingungen, beispielsweise zur gleichen Tageszeit und vor der Fütterung.

Eine einzelne Messung ist weniger aussagekräftig als der Verlauf über mehrere Wochen.

Wie oft sollte ein Welpe gefüttert werden?

Junge Welpen können ihre Tagesration meist besser in mehreren kleinen Mahlzeiten aufnehmen. Ein möglicher Orientierungsrahmen ist:

  • nach dem Einzug zunächst drei bis vier Mahlzeiten täglich

  • später schrittweise drei Mahlzeiten

  • je nach Alter und Hund schließlich zwei Mahlzeiten

Der genaue Zeitpunkt der Umstellung ist individuell. Wichtig ist, die gesamte Tagesration festzulegen und auf die Mahlzeiten zu verteilen. Vier volle Tagesrationen statt vier Teilportionen würden schnell zu einer Überversorgung führen.

Feste Fütterungszeiten erleichtern außerdem die Beobachtung von Appetit, Verdauung und Stubenreinheit.

Calcium und Phosphor: Viel hilft nicht viel

Calcium und Phosphor sind für den Knochenaufbau unverzichtbar. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine zusätzliche Calciumgabe das Wachstum verbessert.

Zu viel Calcium kann insbesondere bei heranwachsenden Hunden großer und sehr großer Rassen problematisch sein. Auch ein ungeeignetes Verhältnis zwischen Calcium und Phosphor kann die Knochenentwicklung beeinträchtigen.

Erhält Dein Welpe ein ausgewogenes Alleinfuttermittel für Wachstum, sollte deshalb nicht ohne fachlich festgestellten Bedarf zusätzlich gegeben werden:

  • Calciumpräparate

  • Knochenmehl

  • Eierschalenpulver

  • Mineralstoffmischungen

  • große Mengen calciumreicher Kauartikel

Durch ungezielte Ergänzungen kann eine ursprünglich ausgewogene Ration aus dem Gleichgewicht geraten.

Braucht ein Welpe Nahrungsergänzungsmittel?

Ein bedarfsdeckendes Welpen-Alleinfuttermittel benötigt normalerweise keine zusätzlichen Vitamin- oder Mineralstoffpräparate.

Eine Ergänzung ist nur sinnvoll, wenn ein konkreter Bedarf besteht oder eine selbst zusammengestellte Ration gezielt ergänzt werden muss. Die Dosierung sollte sich dann nach der gesamten Ration richten – nicht nur nach dem Körpergewicht des Welpen.

Auch vermeintlich harmlose Ergänzungen können bei falscher Anwendung zu einer Überversorgung führen.

Darf ein Welpe BARF oder selbst gekochtes Futter bekommen?

Grundsätzlich kann auch eine selbst zubereitete Ration einen Welpen versorgen. Sie muss jedoch speziell für Wachstum berechnet und während der Entwicklung regelmäßig angepasst werden.

Eine einfache Mischung aus Fleisch, Gemüse, Öl und Knochen reicht dafür nicht aus. Kritisch können unter anderem sein:

  • Calcium und Phosphor

  • Jod

  • Kupfer

  • Zink

  • Vitamin D

  • Vitamin A

  • essenzielle Fettsäuren

  • Energie- und Proteinzufuhr

Die benötigten Mengen verändern sich mit Alter und Gewicht. Ein Rationsplan, der im dritten Lebensmonat passt, muss einige Monate später möglicherweise neu berechnet werden.

Bei rohen tierischen Zutaten kommen zusätzlich hygienische Risiken durch Krankheitserreger hinzu. Besonders in Haushalten mit kleinen Kindern, älteren, schwangeren oder immungeschwächten Personen sollte dies berücksichtigt werden.

Trockenfutter oder Nassfutter für Welpen?

Sowohl Trocken- als auch Nassfutter können geeignet sein, sofern das Produkt bedarfsdeckend für die Wachstumsphase formuliert ist.

Wichtiger als die Futterart sind:

  • Eignung für Wachstum

  • passende Energiezufuhr

  • bedarfsdeckende Nährstoffzusammensetzung

  • gute Verträglichkeit

  • korrekte Futtermenge

  • zuverlässige Qualitätskontrolle des Herstellers

Trockenfutter ist meist energiereicher pro Gramm. Nassfutter enthält mehr Wasser und wird daher gewöhnlich in einer größeren Grammmenge gefüttert. Die Mengen beider Futterarten dürfen nicht einfach eins zu eins ausgetauscht werden.

Wie gelingt die Futterumstellung nach dem Einzug?

Der Umzug in ein neues Zuhause bedeutet für einen Welpen bereits eine große Veränderung. Wenn das bisherige Futter gut vertragen wird und geeignet ist, kann es sinnvoll sein, dieses zunächst weiterzufüttern.

Eine geplante Umstellung erfolgt bei einem gesunden Welpen meist schrittweise über mehrere Tage. Dabei wird der Anteil des neuen Futters langsam erhöht.

Beobachte währenddessen:

  • Appetit

  • Kotkonsistenz

  • Häufigkeit des Kotabsatzes

  • Erbrechen

  • Blähungen

  • Körpergewicht

  • Allgemeinbefinden

Starker oder anhaltender Durchfall, wiederholtes Erbrechen, Futterverweigerung oder auffällige Müdigkeit gehören bei einem Welpen zeitnah tierärztlich abgeklärt. Junge Hunde können schneller austrocknen und abbauen als gesunde erwachsene Tiere.

Leckerchen im Welpenalter

Leckerchen gehören zur täglichen Energieaufnahme. Gerade im Welpentraining kommen schnell viele Belohnungen zusammen.

Als allgemeine Orientierung sollten höchstens etwa zehn Prozent der täglichen Energie aus Leckerchen und anderen nicht bedarfsdeckenden Extras stammen. Der überwiegende Anteil sollte aus der ausgewogenen Hauptnahrung kommen.

Praktisch ist es, einen Teil der abgewogenen Tagesration als Trainingsbelohnung zu verwenden. So bleibt die Energieaufnahme besser kontrollierbar.

Kauartikel müssen ebenfalls eingerechnet werden. Achte außerdem auf eine geeignete Größe und beaufsichtige Deinen Welpen beim Kauen.

Typische Fehler bei der Welpenfütterung

Der Welpe wird zu reichlich gefüttert

Ein rundlicher Welpe wirkt für viele Menschen besonders gesund. Tatsächlich sollte ein heranwachsender Hund eine schlanke Körperkondition behalten.

Die Futtermenge wird monatelang nicht angepasst

Der Bedarf verändert sich während des Wachstums. Gewicht, Körperzustand und Tagesration sollten deshalb regelmäßig überprüft werden.

Calcium wird vorsorglich ergänzt

Zusätzliches Calcium ist bei einem geeigneten Alleinfuttermittel weder notwendig noch automatisch ungefährlich.

Zu viele Leckerchen bleiben unberücksichtigt

Trainingssnacks, Kauartikel und Tischreste können einen erheblichen Teil der Tagesenergie liefern.

Ein Rezept für erwachsene Hunde wird übernommen

Selbst zusammengestellte Rationen für erwachsene Tiere erfüllen nicht automatisch die Anforderungen eines wachsenden Hundes.

Der Futternapf bleibt ständig gefüllt

Bei freiem Zugang ist schwer nachvollziehbar, wie viel der Welpe tatsächlich frisst. Portionierte Mahlzeiten erleichtern die Kontrolle.

Wann sollte die Fütterung individuell berechnet werden?

Eine individuelle Rationsüberprüfung ist besonders sinnvoll, wenn:

  • Dein Welpe zu schnell oder zu langsam zunimmt

  • er zu dünn oder zu kräftig wirkt

  • er einer großen oder sehr großen Rasse angehört

  • sein erwartetes Endgewicht unklar ist

  • Du verschiedene Futtermittel kombinierst

  • Du selbst kochen oder BARF füttern möchtest

  • Verdauungsprobleme auftreten

  • eine Erkrankung oder Fehlbildung vorliegt

  • sehr viele Trainingsleckerlis verwendet werden

  • Du bei Calcium- oder Ergänzungsmengen unsicher bist

Wann wird auf Erwachsenenfutter umgestellt?

Der richtige Zeitpunkt hängt von Größe, Rasse und individueller Entwicklung ab. Kleine und mittelgroße Hunde erreichen ihre körperliche Reife meist früher als große und sehr große Hunde.

Als grobe Orientierung kann die Umstellung bei vielen kleinen und mittelgroßen Hunden um den ersten Geburtstag herum erfolgen. Große und sehr große Hunde können bis etwa zum 15. oder 16. Lebensmonat oder darüber hinaus wachsen.

Entscheidend ist die körperliche Entwicklung, nicht allein das Kalenderalter. Der Wechsel sollte deshalb individuell beurteilt werden.

Fazit: Gesundes Wachstum braucht Kontrolle

Eine passende Welpenfütterung unterstützt ein gleichmäßiges Wachstum und eine schlanke Körperkondition. Entscheidend sind ein geeignetes Futter, die richtige Energiemenge und eine ausgewogene Versorgung mit allen notwendigen Nährstoffen.

Wiege Deinen Welpen regelmäßig, dokumentiere seine Entwicklung und passe die Ration rechtzeitig an. Verzichte bei einem bedarfsdeckenden Alleinfuttermittel auf ungezielte Mineralstoff- und Vitaminergänzungen.

Du möchtest die Fütterung Deines Welpen überprüfen lassen?

Ich ermittle den individuellen Energie- und Nährstoffbedarf Deines Welpen, überprüfe sein aktuelles Futter und begleite seine Ration während des Wachstums. Auch selbst gekochte Rationen können fachlich berechnet und regelmäßig angepasst werden.

Die Ernährungsberatung ist in Bispingen und online in ganz Deutschland möglich.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Bei Krankheitssymptomen, auffälligem Wachstum oder Problemen des Bewegungsapparates sollte Dein Welpe tierärztlich untersucht werden.

© Pfoten.Fit. Hundephysiotherapie Denise Balazs

Alle Rechte vorbehalten

Ein Teil der Fotos wurde von © Deborah Schultz Fotografie erstellt und bearbeitet.