Hund gesund abnehmen lassen: So gelingt die Gewichtsreduktion

Übergewicht ist bei Hunden nicht nur ein optisches Thema. Zusätzliches Körperfett kann Gelenke, Kreislauf und Stoffwechsel belasten und bestehende Erkrankungen verschlechtern. Gleichzeitig ist eine erfolgreiche Gewichtsabnahme oft schwieriger als erwartet: Die Futtermenge wirkt bereits klein, der Hund bettelt und trotz vermeintlich vieler Spaziergänge verändert sich das Gewicht kaum. Gesundes Abnehmen bedeutet nicht, den Napf einfach drastisch zu kürzen. Der Hund muss weniger Energie aufnehmen, gleichzeitig aber weiterhin ausreichend Protein, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente erhalten. Außerdem sollte möglichst viel Muskulatur erhalten bleiben.

pfoten.fit. hundephysiotherapie / Ernährungsberatung bispingen
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Wann ist ein Hund übergewichtig?

Das Körpergewicht allein reicht nicht aus, um den Ernährungszustand zu beurteilen. Zwei gleich große Hunde derselben Rasse können aufgrund von Körperbau und Muskulatur ein unterschiedliches Idealgewicht haben.

Hilfreich ist der Body-Condition-Score, kurz BCS. Häufig wird eine Skala von 1 bis 9 verwendet:

  • BCS 1 bis 3: zu dünn

  • BCS 4 bis 5: ideal

  • BCS 6 bis 7: übergewichtig

  • BCS 8 bis 9: adipös

Bei einem idealgewichtigen Hund:

  • sind die Rippen mit leichtem Druck tastbar,

  • ist von oben eine Taille erkennbar,

  • zieht sich die Bauchlinie seitlich betrachtet nach hinten oben,

  • liegen keine ausgeprägten Fettpolster am Brustkorb, Rücken oder Rutenansatz vor.

Bei langem oder dichtem Fell kann Übergewicht leicht übersehen werden. Deshalb sollte der Hund nicht nur angeschaut, sondern auch abgetastet werden.

Warum ist Übergewicht gesundheitlich relevant?

Übergewicht kann mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen verbunden sein oder deren Verlauf ungünstig beeinflussen.

Dazu gehören unter anderem:

  • Arthrose und eingeschränkte Beweglichkeit

  • Kreuzbanderkrankungen

  • Belastung von Wirbelsäule und Gelenken

  • geringere Ausdauer

  • Hitzeempfindlichkeit

  • Atemprobleme

  • Insulinresistenz

  • erhöhte Blutfettwerte

  • erschwerte Narkose und Operation

  • schlechtere Lebensqualität

  • verminderte Aktivität

Zusätzlich entsteht häufig ein Kreislauf: Bewegung fällt schwerer, dadurch sinkt der Energieverbrauch und weiteres Körperfett wird aufgebaut.

Schon eine moderate Gewichtsabnahme kann bei übergewichtigen Hunden mit Gelenkerkrankungen die Beweglichkeit und Lebensqualität verbessern.

Ist Übergewicht immer nur eine Folge von zu viel Futter?

Übergewicht entsteht, wenn über längere Zeit mehr Energie aufgenommen als verbraucht wird. Die Ursachen können jedoch vielfältig sein.

Mögliche Einflussfaktoren sind:

  • zu große Futterportionen

  • energiereiches Futter

  • viele Leckerlis und Kauartikel

  • Tischreste

  • geringe Aktivität

  • Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen

  • Kastration

  • Alter

  • individuelle Stoffwechselunterschiede

  • bestimmte Medikamente

  • hormonelle Erkrankungen

Eine Schilddrüsenunterfunktion oder ein Cushing-Syndrom können eine Gewichtszunahme begünstigen. Sie sind aber nicht bei jedem übergewichtigen Hund die Ursache.

Vor allem bei zusätzlichen Symptomen wie Hautveränderungen, starker Müdigkeit, Muskelschwäche, vermehrtem Durst oder auffälligem Hecheln sollte eine tierärztliche Abklärung erfolgen.

Das Zielgewicht richtig festlegen

Das Zielgewicht sollte nicht allein anhand einer Rassetabelle bestimmt werden. Wichtiger sind Körperbau, BCS, Muskelzustand und individuelles Normalgewicht.

Bei einem BCS oberhalb des Idealbereichs kann grob abgeschätzt werden, wie hoch der Fettüberschuss ist. Diese Schätzung ersetzt jedoch keine individuelle Beurteilung.

Bei stark adipösen Hunden ist es häufig sinnvoll, zunächst ein Zwischenziel festzulegen, beispielsweise:

  • erste Gewichtsreduktion um 5 Prozent

  • anschließende Neubewertung

  • danach nächstes erreichbares Teilziel

Kleine Zwischenziele machen Fortschritte sichtbar und erleichtern die langfristige Motivation.

Wie schnell sollte ein Hund abnehmen?

Die Gewichtsabnahme sollte langsam und kontrolliert erfolgen. Im praktischen Gewichtsmanagement wird häufig eine Abnahme von ungefähr 0,5 bis 1 Prozent des aktuellen Körpergewichts pro Woche angestrebt.

Bei manchen Hunden kann eine etwas schnellere oder langsamere Abnahme passend sein. Entscheidend sind:

  • Ausgangsgewicht

  • Alter

  • Erkrankungen

  • Muskelmasse

  • Aktivität

  • Futterakzeptanz

  • tatsächliche Energieaufnahme

Ein Hund mit 30 Kilogramm würde bei einer Abnahme von 0,5 bis 1 Prozent ungefähr 150 bis 300 Gramm pro Woche verlieren.

Sehr schnelle Gewichtsverluste erhöhen das Risiko, dass nicht nur Fett, sondern auch Muskelmasse verloren geht. Bleibt das Gewicht mehrere Wochen unverändert, muss die tatsächliche Energieaufnahme erneut überprüft werden.

Warum reicht „einfach weniger füttern“ nicht immer aus?

Ein Alleinfuttermittel ist so zusammengesetzt, dass der Hund bei der vorgesehenen Futtermenge alle notwendigen Nährstoffe erhält.

Wird von einem normalen Erhaltungsfutter dauerhaft nur noch ein sehr kleiner Anteil gegeben, sinkt nicht nur die Energiezufuhr. Auch die Aufnahme von:

  • Protein

  • Vitaminen

  • Mineralstoffen

  • Spurenelementen

  • essenziellen Fettsäuren

wird reduziert.

Bei einer stärkeren Kalorienbegrenzung kann deshalb ein spezielles Gewichtsreduktionsfutter sinnvoll sein. Solche Futtermittel enthalten weniger Energie, aber bezogen auf die Kalorien eine höhere Nährstoffdichte.

So kann der Hund abnehmen, ohne dass die Nährstoffversorgung im gleichen Verhältnis sinkt.

Welche Eigenschaften sollte ein Futter zum Abnehmen haben?

Eine geeignete Ration sollte:

  • eine kontrollierte Energiedichte besitzen

  • ausreichend hochwertiges Protein liefern

  • den vollständigen Nährstoffbedarf decken

  • eine passende Menge an Nahrungsfasern enthalten

  • gut verträglich sein

  • die Muskulatur unterstützen

  • zuverlässig portionierbar sein

  • im Alltag umsetzbar bleiben

Nicht jedes als „Light“ bezeichnete Futter ist automatisch für eine deutliche Gewichtsreduktion geeignet. Manche Produkte sind lediglich energieärmer als ein anderes Futter desselben Herstellers.

Entscheidend ist der tatsächliche Energiegehalt in Kilokalorien pro 100 Gramm oder pro Kilogramm.

Warum ist Protein beim Abnehmen wichtig?

Während einer Gewichtsabnahme soll vor allem Körperfett verloren und möglichst viel Muskelmasse erhalten werden.

Protein liefert essenzielle Aminosäuren für:

  • Muskelerhalt

  • Enzyme und Hormone

  • Immunfunktion

  • Gewebereparatur

  • zahlreiche Stoffwechselprozesse

Eine Ration mit zu wenig oder ungünstig zusammengesetztem Protein kann den Verlust fettfreier Körpermasse begünstigen.

Der Proteingehalt sollte deshalb nicht nur in Prozent des Futters betrachtet werden. Entscheidend ist, wie viel verwertbares Protein der Hund bezogen auf seine tägliche Energiezufuhr erhält.

Bei bestimmten Erkrankungen muss die Proteinmenge individuell angepasst werden.

Welche Rolle spielen Nahrungsfasern?

Nahrungsfasern können die Energiedichte reduzieren, das Futtervolumen erhöhen und bei manchen Hunden die Sättigung unterstützen.

Mögliche Quellen sind:

  • Zellulose

  • Flohsamenschalen

  • Gemüsefasern

  • Pektine

  • bestimmte fermentierbare Fasern

Mehr Faser ist nicht automatisch besser. Zu große Mengen können:

  • Blähungen

  • häufigeren Kotabsatz

  • sehr große Kotmengen

  • schlechte Akzeptanz

  • eine veränderte Nährstoffverwertung

verursachen.

Die Faserzusammensetzung sollte zur Verdauung und zur übrigen Ration passen.

Nassfutter oder Trockenfutter zum Abnehmen?

Beide Fütterungsarten können geeignet sein.

Nassfutter enthält viel Wasser und besitzt pro 100 Gramm häufig eine niedrigere Energiedichte. Dadurch kann eine größere Futtermenge im Napf möglich sein.

Trockenfutter lässt sich einfach portionieren und kann für Training oder Beschäftigung verwendet werden. Da es energiedichter ist, fallen die Mengen jedoch oft kleiner aus.

Entscheidend sind:

  • Kalorien pro Tagesration

  • Nährstoffdichte

  • Sättigung

  • Verträglichkeit

  • Alltagstauglichkeit

  • genaue Portionierung

Auch eine Mischfütterung ist möglich, wenn die Gesamtenergiemenge korrekt berechnet wird.

Futter richtig abwiegen

Messbecher sind häufig ungenau. Schon geringe Abweichungen können sich bei kleinen Hunden oder energiereichem Trockenfutter deutlich auf die tägliche Kalorienzufuhr auswirken.

Besser ist:

  • Tagesmenge mit einer digitalen Küchenwaage abwiegen

  • gesamte Menge morgens bereitstellen

  • alle Mahlzeiten und Trainingsbelohnungen daraus entnehmen

  • zusätzliche Snacks separat dokumentieren

Die Angabe „eine Handvoll“ ist nicht zuverlässig. Unterschiedliche Personen füttern außerdem häufig unbewusst unterschiedliche Mengen.

Leckerlis richtig einrechnen

Leckerlis gehören zur täglichen Energieaufnahme. Das gilt auch für:

  • Kauartikel

  • Zahnpflegesnacks

  • Käse oder Wurst beim Training

  • Tischreste

  • Schleckmatten

  • gefüllte Beschäftigungsspielzeuge

  • Futter zum Verstecken von Medikamenten

  • Nahrungsergänzungsmittel mit Kalorien

Als allgemeine Orientierung sollten Leckerlis höchstens etwa 10 Prozent der Tagesenergie liefern. Während einer Gewichtsabnahme kann eine noch geringere Menge sinnvoll sein.

Je kleiner der Hund ist, desto stärker fällt ein einzelnes Leckerli ins Gewicht.

Ein kleines Leckerli ist nicht immer wenig

Für einen kleinen Hund kann ein Stück Käse oder Wurst kalorisch einer erheblichen zusätzlichen Mahlzeit entsprechen.

Das Problem ist nicht nur die einzelne Belohnung, sondern die Summe über den Tag:

  • ein Stück am Frühstückstisch

  • Trainingssnacks beim Spaziergang

  • ein Kauartikel am Nachmittag

  • ein Rest vom Abendessen

  • ein Zahnpflegesnack

Ein Futtertagebuch über sieben bis vierzehn Tage zeigt häufig erstmals, wie viele zusätzliche Kalorien tatsächlich aufgenommen werden.

Welche Belohnungen sind möglich?

Futterbelohnungen müssen nicht vollständig wegfallen. Sie sollten jedoch geplant werden.

Mögliche Strategien:

  • einen Teil der Tagesration als Belohnung verwenden

  • sehr kleine Stücke geben

  • kalorienarme, geeignete Snacks auswählen

  • Belohnungen mit Lob, Spiel oder Kontakt kombinieren

  • Kauartikel in Gewicht und Kalorien einrechnen

  • nicht für jedes erwünschte Verhalten Futter einsetzen

Nicht jedes Gemüse ist automatisch kalorienfrei oder für jeden Hund geeignet. Auch kalorienarme Snacks können in großer Menge Verdauungsbeschwerden auslösen.

Wie viele Mahlzeiten sind sinnvoll?

Die Tagesration kann auf mehrere Mahlzeiten verteilt werden. Manche Hunde kommen mit zwei Mahlzeiten gut zurecht, andere profitieren von drei kleineren Portionen.

Mehrere Mahlzeiten erhöhen nicht automatisch den Energieverbrauch. Sie können aber helfen:

  • Hungerphasen zu verkürzen

  • Medikamente mit Futter zu geben

  • die Ration für Training und Beschäftigung aufzuteilen

  • sehr große Einzelmahlzeiten zu vermeiden

Entscheidend bleibt die gesamte tägliche Kalorienmenge.

Unterstützt Bewegung die Gewichtsabnahme?

Bewegung allein reicht bei deutlichem Übergewicht häufig nicht aus. Sie ist trotzdem wichtig, weil sie:

  • Muskulatur erhalten kann

  • Fitness und Ausdauer verbessert

  • den Energieverbrauch erhöht

  • die Beweglichkeit unterstützt

  • Beschäftigung bietet

  • die langfristige Gewichtsstabilisierung erleichtert

Eine Untersuchung bei übergewichtigen Hunden zeigte, dass ein kontrolliertes Trainingsprogramm während der Gewichtsabnahme zum Erhalt der fettfreien Körpermasse beitragen kann.

Die Aktivität muss zum Gesundheitszustand passen. Ein stark übergewichtiger Hund mit Arthrose sollte nicht plötzlich lange Strecken joggen oder viele Sprünge absolvieren.

Bewegung langsam steigern

Ein sinnvoller Einstieg kann sein:

  • mehrere kurze Spaziergänge statt einer sehr langen Runde

  • ruhiges, gleichmäßiges Gehen

  • allmähliche Steigerung von Dauer und Tempo

  • kontrolliertes Bergaufgehen, sofern orthopädisch geeignet

  • Suchspiele und Nasenarbeit

  • gezielte physiotherapeutische Übungen

  • Schwimmen oder Wassertraining, wenn medizinisch geeignet

Bei Lahmheit, Schmerzen, Atemproblemen oder starker Erschöpfung sollte die Belastung angepasst und tierärztlich beziehungsweise physiotherapeutisch abgeklärt werden.

Was tun, wenn der Hund ständig Hunger hat?

Bettelverhalten bedeutet nicht immer echten Hunger. Viele Hunde haben gelernt, dass Blickkontakt, Unruhe oder bestimmte Rituale zu Futter führen.

Hilfreich können sein:

  • Tagesration auf mehrere Portionen verteilen

  • einen Teil des Futters zur Beschäftigung nutzen

  • langsames Fressen fördern

  • geeignete Futterspielzeuge einsetzen

  • Spaziergang oder Spiel statt zusätzlicher Snacks

  • feste Fütterungszeiten

  • konsequentes Verhalten aller Familienmitglieder

  • angepasster Faser- und Wassergehalt der Ration

Ein plötzlich deutlich gesteigerter Appetit kann auch medizinische Ursachen haben oder mit Medikamenten zusammenhängen und sollte bei weiteren Auffälligkeiten untersucht werden.

Beschäftigung mit Futter

Futter kann genutzt werden, ohne zusätzliche Kalorien zu geben. Verwende dafür einen Teil der bereits berechneten Tagesration.

Möglichkeiten sind:

  • Suchspiele

  • Futterbeutel

  • Schnüffelteppich

  • Intelligenzspielzeug

  • langsame Futterspender

  • Training mit einem Teil des Trockenfutters

  • gefüllte Beschäftigungsspielzeuge mit eingerechneter Ration

Bei Nassfutter kann ein Teil in geeigneten Schleckmatten oder Futterspielzeugen angeboten werden.

Wie oft sollte gewogen werden?

Während der Gewichtsabnahme ist eine Kontrolle ungefähr alle zwei bis vier Wochen sinnvoll. Bei sehr kleinen Hunden oder notwendigen Anpassungen können engere Abstände hilfreich sein.

Möglichst verwendet werden sollten:

  • dieselbe Waage

  • ähnliche Tageszeit

  • vergleichbare Bedingungen

  • dokumentierte Futtermenge

  • zusätzlicher BCS und Muskel-Condition-Score

Das Tagesgewicht kann durch Magen-Darm-Inhalt und Flüssigkeit schwanken. Entscheidend ist der Verlauf über mehrere Wochen.

Was tun, wenn das Gewicht nicht sinkt?

Bleibt das Gewicht unverändert, sollte nicht sofort die Futtermenge drastisch gekürzt werden.

Zuerst überprüft werden sollten:

  • Wird das Futter tatsächlich abgewogen?

  • Füttern mehrere Personen?

  • Gibt es Leckerlis oder Tischreste?

  • Werden Kauartikel mitgerechnet?

  • Hat sich die Aktivität verändert?

  • Ist der Energiegehalt des Futters bekannt?

  • Stimmt das angenommene Zielgewicht?

  • Liegen Erkrankungen oder Medikamente als Einflussfaktor vor?

Stimmt die Dokumentation, kann die Energiezufuhr schrittweise angepasst werden. Kleine kontrollierte Veränderungen sind besser als häufige starke Kürzungen.

Was tun, wenn der Hund zu schnell abnimmt?

Eine zu schnelle Abnahme kann bedeuten, dass die Energiezufuhr zu stark reduziert wurde oder eine Erkrankung vorliegt.

Warnzeichen sind:

  • deutlicher Muskelverlust

  • Schwäche

  • starke Müdigkeit

  • Futterverweigerung

  • Erbrechen oder Durchfall

  • auffälliger Durst

  • sehr schneller Gewichtsverlust

In diesen Fällen sollte die Ration überprüft und der Hund gegebenenfalls tierärztlich untersucht werden.

Gewichtsabnahme bei Arthrose

Bei übergewichtigen Hunden mit Arthrose ist die Gewichtsreduktion ein wichtiger Teil des gesamten Behandlungskonzeptes.

Dabei müssen Ernährung und Bewegung aufeinander abgestimmt werden:

  • moderates Kaloriendefizit

  • ausreichende Proteinversorgung

  • kontrollierte, schmerzarme Bewegung

  • physiotherapeutischer Muskelaufbau

  • tierärztliche Schmerzbehandlung

  • regelmäßige Kontrolle von Gewicht und Muskulatur

Schmerzen sollten nicht ignoriert werden. Ein Hund kann nur dann sinnvoll trainieren, wenn seine Beschwerden ausreichend behandelt sind.

Gewichtsabnahme beim Seniorhund

Bei älteren Hunden muss besonders auf die Muskulatur geachtet werden. Ein Senior kann gleichzeitig zu viel Körperfett und zu wenig Muskelmasse besitzen.

Eine bloße Betrachtung des Körpergewichts kann dieses Problem übersehen.

Wichtig sind:

  • ausreichende Protein- und Aminosäurenversorgung

  • moderates Energiedefizit

  • regelmäßige Muskelkontrolle

  • altersgerechte Bewegung

  • Berücksichtigung von Erkrankungen

  • keine radikale Futterreduktion

Das Ziel ist nicht ein möglichst niedriges Gewicht, sondern eine gesunde Körperzusammensetzung.

Ist selbst gekochtes Futter zum Abnehmen geeignet?

Eine selbst gekochte Ration kann individuell an Energiebedarf, Erkrankungen und Vorlieben angepasst werden.

Sie muss jedoch vollständig berechnet werden. Werden nur Fleisch, Gemüse und wenig Kohlenhydrate gefüttert, können unter anderem fehlen:

  • Calcium

  • Jod

  • Zink

  • Kupfer

  • Vitamin D

  • Vitamin E

  • essenzielle Fettsäuren

  • weitere Spurenelemente

Während der Gewichtsabnahme ist die Nährstoffdichte besonders wichtig, weil der Hund insgesamt weniger Kalorien aufnimmt.

Warum scheitern viele Diäten langfristig?

Häufige Gründe sind:

  • unrealistische Ziele

  • ungenaue Portionierung

  • nicht eingerechnete Leckerlis

  • unterschiedliche Regeln innerhalb der Familie

  • zu starke Einschränkung

  • mangelnde Sättigung

  • Schmerzen und geringe Bewegung

  • fehlende Verlaufskontrollen

  • keine Strategie für die Zeit nach der Abnahme

Gewichtsmanagement endet nicht beim Erreichen des Zielgewichts. Anschließend muss die Energiezufuhr langsam auf die individuelle Erhaltungsmenge angepasst werden.

Viele ehemals übergewichtige Hunde benötigen langfristig weniger Energie als ursprünglich erwartet.

Häufige Fehler beim Abnehmen

Die Futtermenge radikal halbieren

Dadurch kann nicht nur die Energie-, sondern auch die Nährstoffzufuhr zu stark sinken.

Nur auf die Grammzahl schauen

100 Gramm verschiedener Futtermittel können sehr unterschiedliche Kalorienmengen liefern.

Kauartikel nicht berücksichtigen

Ein einziger Kauartikel kann einen erheblichen Teil des Tagesbedarfs decken.

Bewegung zu schnell steigern

Überlastung kann Schmerzen und Verletzungen verursachen.

Muskelverlust mit Erfolg verwechseln

Ein niedrigeres Gewicht ist nicht automatisch positiv, wenn gleichzeitig viel Muskulatur verloren geht.

Nach Erreichen des Zielgewichts sofort wieder normal füttern

Die Futtermenge muss kontrolliert angepasst und das Gewicht weiter überwacht werden.

Ein sinnvoller Ablauf

Ein strukturiertes Gewichtsprogramm umfasst:

  1. aktuelles Gewicht bestimmen

  2. Body- und Muscle-Condition-Score beurteilen

  3. medizinische Einflussfaktoren berücksichtigen

  4. realistisches Zielgewicht festlegen

  5. gesamte bisherige Energieaufnahme erfassen

  6. bedarfsdeckende Reduktionsration auswählen

  7. Leckerlis und Kauartikel einplanen

  8. Bewegung individuell anpassen

  9. Gewicht regelmäßig kontrollieren

  10. Futtermenge anhand des Verlaufs verändern

  11. nach Erreichen des Zielgewichts eine Erhaltungsstrategie festlegen

Fazit: Gesund abnehmen statt einfach weniger fressen

Eine erfolgreiche Gewichtsabnahme basiert auf einem kontrollierten Energiedefizit. Gleichzeitig müssen Protein, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und essenzielle Fettsäuren weiterhin bedarfsdeckend aufgenommen werden.

Entscheidend sind:

  • ein realistisches Zielgewicht

  • genaue Kenntnis des Energiegehalts

  • Abwiegen der Tagesration

  • Einrechnung aller Snacks

  • ausreichend hochwertiges Protein

  • Erhalt der Muskulatur

  • angepasste Bewegung

  • regelmäßige Verlaufskontrollen

  • eine langfristige Strategie zur Gewichtsstabilisierung

Nicht die schnellste, sondern die kontrollierte und dauerhaft umsetzbare Gewichtsabnahme ist erfolgreich.

Du möchtest, dass dein Hund gesund abnimmt?

Im Rahmen meiner unabhängigen Ernährungsberatung ermittle ich den individuellen Energiebedarf und erstelle einen bedarfsdeckenden Plan zur Gewichtsreduktion.

Dabei berücksichtige ich:

  • aktuelles und angestrebtes Gewicht

  • Körper- und Muskelkondition

  • Erkrankungen und Medikamente

  • bisherige Fütterung

  • Leckerlis und Kauartikel

  • Aktivität und Alltag

  • persönliche Fütterungswünsche

Gemeinsam entwickeln wir eine Lösung, die nicht nur Gewicht reduziert, sondern auch Muskulatur, Nährstoffversorgung und Lebensqualität deines Hundes berücksichtigt.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung oder individuelle Ernährungsberatung. Eine ungeklärte schnelle Gewichtszunahme oder -abnahme sowie zusätzliche Beschwerden sollten tierärztlich abgeklärt werden.

© Pfoten.Fit. Hundephysiotherapie Denise Balazs

Alle Rechte vorbehalten

Ein Teil der Fotos wurde von © Deborah Schultz Fotografie erstellt und bearbeitet.